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Die Fahrradbranche zeigt sich resilient

03.07.2024

Wirtschaftspressekonferenz: Die Fahrradindustrie erlebt Reset – Optimismus über die Zukunft des Radfahrens ist ungebrochen

Frankfurt am Main – Nach der Rekordnachfrage während der Pandemiejahre, gestörten Lieferketten und einem gedämpften Konsumklima verzeichnet die europäische Fahrradwirtschaft 2023 Rückgänge in Verkäufen, Produktion und Beschäftigung. Auf dem Weg zu einer neuen Normalität bleibt der Optimismus vieler Branchenteilnehmer in Bezug auf die Zukunft des Fahrrads als Verkehrsmittel und die damit verbundene Nachfrage dennoch ungebrochen. Die heute gestartete Eurobike zeigt sich mit erweiterten Aussteller- und Besucherzielgruppen, neuen Kooperationen und einem qualitativ nochmals verbesserten Rahmenprogramm als ideale Plattform für wichtige Anliegen der Fahrradwirtschaft und Ecomobility.

In den EU27-Staaten und dem Vereinigten Königreich sind die Verkäufe von Pedelecs 2023 im Vergleich zum Vorjahr um sieben Prozent zurückgegangen, sodass sie bei 5,1 Millionen verkauften Einheiten liegen. Inklusive dem unmotorisierten Fahrradmarkt lagen die Verkäufe 16,5 Prozent unter dem Vorjahreswert, bei insgesamt 16,8 Millionen Einheiten. Deutschland präsentiert sich laut den Marktdaten der Confederation of the European Bicycle Industry (CONEBI) als stärkster Gesamtmarkt und wichtigster Markt für Pedelecs, jeweils gefolgt von Frankreich. Bei Fahrrädern liegt das Vereinigte Königreich auf dem ersten Rang vor Deutschland. Die europäischen Märkte erbrachten der Fahrradbranche einen Umsatz von 19,3 Milliarden Euro, 8,9 Prozent weniger als 2022. Die Hersteller produzierten 12 Millionen Fahrräder und Pedelecs in den EU27-Staaten und dem Vereinigten Königreich. Die Fahrradbranche bietet rund 170 000 indirekte und direkte Arbeitsplätze in rund 1 200 Firmen, davon viele kleine und mittlere Unternehmen. Damit ist die Beschäftigung gegenüber dem Vorjahr um 5,5 Prozent zurückgegangen.

Manuel Marsilio, Geschäftsführer von CONEBI kommentiert die Entwicklung: „Im Jahr 2023 erlebte die europäische Fahrradindustrie einen „Reset“, indem sie sich an die grundsätzliche wirtschaftliche Realität, die außergewöhnlich positiven Verkaufszahlen während der Pandemiejahre und die Störungen in der Lieferkette anpasste. Die Verkäufe gingen zurück, unter anderem wegen der steigenden Lebenshaltungskosten und der geringeren Kaufkraft der europäischen Verbraucher. Dennoch zeigte sich die Branche insgesamt widerstandsfähig, und die Aussichten in Bezug auf eine wachsende Fahrradnutzung sind weiterhin vielversprechend.“

Optimistischer Blick auf die Zukunft

Umfrageergebnisse von Cycling Industries Europe (CIE) sind ebenfalls als positives Zeichen der Branche zu werten. 52 Prozent der Mitglieder erwarten für 2024 höhere Umsätze als im Vorjahr. Auch seitens der europäischen Politik gibt es Anlass, optimistisch zu sein, wie CIE-Geschäftsführer Kevin Mayne erläutert: „Radfahren hatte in Europa noch nie ein stärkeres politisches Moment. In der im April verabschiedeten European Declaration on Cycling wird das Fahrrad als inklusives, erschwingliches und wirtschaftlich erfolgreiches Fortbewegungs- und Freizeitmittel anerkannt. 4,5 Milliarden Euro sind die zugesagten Infrastrukturausgaben in den aktuellen EU-Haushalten und CIE geht davon aus, dass dieser Wert durch weitere Gelder in anderen Haushaltsausgaben der EU und Mitgliedsstaaten noch weiter gesteigert wird. Mit diesem Anreiz blicken unsere Mitglieder optimistisch in die Zukunft. Fast zwei Drittel planen, ihre Ausgaben für Vermögenswerte, Innovationen und Marketing beizubehalten oder zu erhöhen.“

Der europäische Markt ist in vielen Bereichen der Industrie wegweisend und zeigt gute Voraussetzungen dafür, die lokale Produktion zu steigern und neue Niederlassungen internationaler Unternehmen ansiedeln zu können. Joshua Hon, Gründer und Team Captain beim Fahrradhersteller Tern Bicycles erkennt einige Handlungsaufträge für die Fahrradindustrie und ihre Interessenvertreter: „Es ist für uns alle in der Fahrradbranche wichtig, uns anzupassen, weiterzuentwickeln und zu innovieren. Dazu gehören natürlich Produkte, aber auch, unsere bestehenden Geschäftsmodelle auf den Prüfstand zu stellen.“ Um für die richtigen Bedingungen für eine erfolgreiche Zukunft der Fahrradindustrie zu schaffen, stehen resiliente Lieferketten, Nachhaltigkeit sowie klare und transparente Standards und Regularien im Fokus der Branche. Es gilt, die Kundschaft und damit die bestehenden und potenziellen Radfahrerinnen und Radfahrer zielgerecht mit den richtigen Botschaften und Marketingmaßnahmen anzusprechen.

 

Schulterschluss auf der Eurobike

Die Eurobike bietet mit mehr als 1 800 Ausstellern, 150 000 Quadratmetern Ausstellungsfläche, einem vielseitig und hochkarätig besetztem Konferenz- und Vortragsprogramm das perfekte Setting für den globalen Austausch, um diese für den zukünftigen Erfolg so zentralen Themen voranzutreiben. Stefan Reisinger, Geschäftsführer von Eurobike-Veranstalter fairnamic, erläutert: „Die Fahrrad- und Ecomobility-Branche ist überall auf der Welt Schlüssel für Gesundheit, Fitness, nachhaltige Mobilität und damit Lebensqualität. Mit diesem starken Schulterschluss kann die Branche ihre Erfolgsgeschichte auf der Eurobike 2024 ideal fortsetzen.“

Florian Walberg, Gründer und Geschäftsführer beim E-Scooter-Hersteller Egret, ergänzt das Podium der Pressekonferenz als Vertreter der Ecomobility-Industrie und betrachtet die Eurobike als zentrale Messe seiner Branche. E-Scooter sind in der öffentlichen Wahrnehmung stark von Sharing-Anbietern geprägt, obgleich diese nur einen Bruchteil der in diesem Segment produzierten Fahrzeuge stellen. Wer die Fahrzeuge privat benutzt, nimmt sie meist mit in die Wohnung oder ins Büro. Die E-Scooter-Industrie weist etwa bei Antrieben, Bremsen und Batterien mitunter starke Überschneidungen zur Fahrradindustrie auf. Florian Walberg erklärt: „E-Scooter und Fahrrad ergänzen sich optimal im Mobilitätsmix. Während Fahrräder häufig für Mittel- und Langstrecken eingesetzt werden, sind E-Scooter das perfekte Fahrzeug für die Kurzstrecke, die sogenannte „letzte Meile“. Beide Mobilitätsformen verfolgen dabei das gleiche Ziel: Menschen mobil machen und die Verkehrslage in Städten entspannen. Das sieht man auch daran, dass der Handel verstärkt beide Fahrzeugklassen Seite an Seite anbietet. Ich freue mich, dass die Fahrrad- und E-Scooter-Industrien partnerschaftlich agieren und wir mit Egret auf der Eurobike nicht nur Aussteller auf Augenhöhe, sondern auch Repräsentant und Ansprechpartner für unsere Branche sind.“

Über die Eurobike:

Die Eurobike ist die zentrale Plattform des Bike- und Ecomobility-Universums. Zusammen mit Visionären aus Politik, Wirtschaft, Gesellschaft und Mobilitätsbranche schafft sie Räume für Austausch, neue Ideen, Perspektivwechsel und starke Partnerschaften für innovative Mobilitätslösungen und neue Geschäftsmodelle. Die boomende und sich rasant verändernde Fahrrad- und Future Mobility-Branche haben in der Eurobike ihre gemeinsame Plattform. Sie setzt neue Maßstäbe und identifiziert Leitthemen in den Bereichen Sport, Freizeit, Gesundheit und Mobilität, entwickelt sich ständig weiter und bringt die weltweite Community live zusammen. Die 32. Eurobike findet von Mittwoch, 3. bis Sonntag, 7. Juli 2024 auf dem Gelände der Messe Frankfurt statt. Weitere Informationen unter: www.eurobike.com.

Über die fairnamic GmbH:

Mit der Gründung der fairnamic GmbH besiegeln die Messegesellschaften Frankfurt und Friedrichshafen eine Partnerschaft mit Schwerpunkt innovativer Mobilität. Durch gebündelte Kompetenz sowie Marktkenntnis, globale Aufstellung, Markenstärke und Schnelligkeit wird die Marktposition in den Zukunftsmärkten Fahrrad, E-Bike, Ecomobility und General Aviation gestärkt. Die Marken Eurobike und AERO sowie ihre Satelliten bilden dabei den Schwerpunkt des Joint Ventures. Ziel ist der Ausbau und die Weiterentwicklung der beiden Leitmessen. Weitere Informationen unter: www.fairnamic.com.

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